Unterschied Kompressor / Turbo

Bei der Entwicklung von Verbrennungsmotoren stellte man schnell fest, dass man diese durch zusätzliche Aggregate verbessern und effektiver machen konnte. So wurde schon 1905 ein Patent angemeldet, dass der Schweizer Alfred Büchi entwickelte. Dabei handelte es sich um den ersten sogenannten Abgasturbolader, der in Motoren arbeiten sollte. Das Prinzip von einem Turbo besteht darin, die Luft von außen anzusaugen und in die Brennräume zu pressen, um sie zu komprimieren. So kann man einen erhöhten Druck in den Zylindern erzielen und die Verbrennung erfolgt kraftvoller. Daraus resultiert wiederum eine erhebliche Leistungssteigerung ohne erheblichen Mehrverbrauch. Allerdings sind für den Einbau von Turboladern immer einige Modifikationen am Motor von Nöten, da der Mehrdruck im Verbrennungsraum ansonsten zu Schäden führen kann. Der Turbo besteht grundlegend aus einem Gehäuse und zwei Schaufelrädern. Eines dieser Räder sitzt am Krümmer, sodass die im Motor entstehenden Abgase das Schaufelrad bei ihrem Weg nach außen antreiben. Dieser ist durch eine Welle mit dem sogenannten Verdichter verbunden, der nun Luft in die Brennräume führt und dort komprimiert. Ohne Turbolader würde die Luft lediglich durch den Unterdruck im Zylinder dort hingelangen, was zu erheblichen Leistungsverlusten im hohen Drehzahlbereich führt. Die Technik des Abgasturboladers wird heutzutage fast immer in Verbindung mit Dieselmotoren verwendet, da diese ansonsten leistungstechnisch nicht wirklich lukrativ wären.

Kompressor – die in Motoren verbauten Kompressoren sind natürlich wesentlich kleiner und leistungsfähiger, das Prinzip ist aber das Selbe.

[Foto by: motaboy69@pixelio.de]

Eine andere Variante der Aufladung ist der sogenannte Kompressor. Im Gegensatz zum Turbo wird dieser jedoch nicht von den Abgasen angetrieben, sondern von einem Riementrieb, der am Motor angebracht ist. Das heißt, dass der Motor selbst Kraft aufbringen muss, um sich aufzuladen. Bei der mechanischen Aufladung gibt es unterschiedliche Varianten, zu denen beispielsweise der Drehkolbenlader oder der Flügelzellenlader gehört. Ein Kompressor hat den Vorteil, dass er auch im Leerlauf schon arbeitet, weil nicht erst eine Masse an Abgasen fließen muss, damit er seine Drehzahl bekommt. Außerdem verbraucht ein Auto mit Kompressor weniger als ein Fahrzeug mit Turbolader. Allerdings verfügen die mechanischen Aufladungen über einen niedrigeren Wirkungsgrad. Kompressoren werden häufig eingesetzt, wenn eine entsprechende Grundleistung vorgegeben ist. So werden beispielsweise in den Vereinigten Staaten häufig große V8 Motoren mit Kompressoren ausgestattet, um diesen noch mehr Leistung zukommen zu lassen. Dabei wird der Kompressor meist durch einen Keil- oder Zahnriemen an der Kurbelwelle befestigt. Diese treibt dann wieder einen Verdichter an, der das Luftgemisch in die Brennräume befördert und komprimiert.

Ähnlich wie Flugzeugturbinen kann man sich die Schaufelräder in einem Abgas-Turbo vorstellen.

[Foto by: Sternschnuppe@pixelio.de]
Veröffentlicht am 05.07.2011 in Lexikon

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