Auto Tuning

Autotuning – die meisten werden jetzt sicherlich an verschachtelte 3er BMW oder aufgemotzte Golf 2 denken. Im Allgemeinen bezeichnet Tuning jedoch nur das Individualisieren von Personenkraftwagen durch spezielle Veränderungen. Die Änderungen beziehen sich hauptsächlich auf eine Steigerung der Motorleistung, ein besseres Fahrverhalten sowie auf das optische Design. So lässt sich ein beliebiges Fahrzeug den eigenen Wünschen entsprechend anpassen, heraus kommt ein individuell gestaltetes Auto – ein Unikat sozusagen.

Ein sehr beliebtes Tuning Auto: Der Golf GTI

Tuning – meistens mehr als nur eine Modifikation
Für den Besitzer eines modifizierten Fahrzeugs bedeutet Tuning in der Regel mehr als nur eine Änderung am Auto. Oftmals wird es zum aufwendigen und teurem Hobby. Unter den Tunern, seien es nun Hobby-Tuner oder echte Profis, kommt dadurch ein starkes Konkurrenzgefühl auf, oder ganz im Gegenteil ein gewisser Fan-Charakter. Die Tuningszene ist in Deutschland sehr verbreitet und generell nach Automarken und –modellen vernetzt. Zu den beliebtesten Fahrzeugmodellen gehören VW Golf, BMW 3er und der Klassiker Opel Manta. Getunt wird im Prinzip alles, was nicht niet- und nagelfest ist. In erster Linie zählen dazu Felgen, Reifen, Motor, Fahrwerk, Karosserie, Innenraum sowie Beleuchtung. Allerdings ist darauf zu achten, dass die Änderungen alle im Bereich der deutschen Straßenverkehrszulassungsordnung und der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) stattfinden.

Auto Tuning am Golf 5
Golf 5 tuning

Felgen und Reifen

Felgen und Reifen sind ein optisch sehr auffälliges Merkmal und stehen für die Besitzer oft an erster Stelle. Allein diese Veränderung lässt das Fahrzeug in einem völlig neuem Licht erscheinen und verändert sofort den Charakter des Autos. Ganz oben auf der Liste stehen Leichtmetallfelgen mit den unterschiedlichsten Felgendesigns. Es werden aber auch Felgen aus Magnesium oder Kohlefaser-Verbundwerkstoffen verwendet. Dabei kommen meistens auch breitere Reifen zum Einsatz – zum einen, weil sie optisch kraftvoller wirken und zum anderen, da sie eine deutlich größere Auflagefläche bieten und somit auch mehr Grip erzielen. Das erhöht nicht nur die Sicherheit im Straßenverkehr, sondern führt auch zu deutlich höheren Kurvengeschwindigkeiten. Bei den Felgengrößen ist dagegen zu beachten, dass mehr Zoll auch weniger Komfort bedeutet.

Motor

Das Motortuning ist wohl die klassischste Form vom Autotuning. Wie der Name bereits verrät, werden hierbei Änderungen am Motor vorgenommen, welche im Allgemeinen zu einer höheren Motorleistung führen. Zu den Möglichkeiten der Leistungssteigerung zählen unter anderem der Austausch der Nockenwelle durch eine Sportnockenwelle, eine modifizierte Auspuffanlage mit Fächerkrümmer oder der Einbau spezieller Einspritzsysteme oder Doppelvergaser. Die effektivste Art des klassischen Motortunings ist aber das Nachrüsten eines Turbos in Kombination mit Ladeluftkühlern oder der Einbau eines Kompressors. Allerdings sind diese Kits relativ teuer. Außerdem müssen auch andere Motorraumteile angepasst werden, da diese der Mehrleistung nicht lange standhalten können. Teile der Kurbelwelle, Schlepphebel und Kolben sollten demnach ebenfalls ausgetauscht werden. Zudem sollte auch das Getriebe der neuen Motorleitung angepasst werden. Besonders beliebt ist auch das sog. Chiptuning. Hierbei wird die Steuersoftware des Motors den Kundenwünschen entsprechend angepasst. Chiptuning sowie umfangreiche Arbeiten am Motor sollte man am besten Fachmännern überlassen. Eine weitere Form des Motortunings sind Lachgaseinspritzungs-Systeme (NOS). Dabei wird allerdings nur über eine kurze Zeit eine höhere Leistungsentfaltung ermöglicht, darüber hinaus sind Lachgaseinspritzungen im öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen.

Fahrwerk

Bei dem Fahrwerktuning handelt es sich um eine Veränderung im Bereich der Stoßdämpfer und Federn. Generell werden hierbei kürzere Federn in Verbindung mit härteren Stoßdämpfern eingesetzt, wodurch die Karosserieneigungen bei Kurvenfahrten deutlich verringert werden. Meistens wird auch gleich die Bodenfreiheit des Fahrzeugs gekürzt. Dadurch verlagert sich der Fahrzeugschwerpunkt nach unten, was eine verbesserte Straßenlage bewirkt.

Auto Tuning: Karosserie

Neben dem Motortuning zählt das Karosserietuning zu den populärsten Fahrzeugänderungen. Vom Anbringen neuer Frontspoiler, anderer Seitenschweller über Heckflügel bis hin zu Komplettumbauten ist hier alles möglich. Eine vollständige Veränderung der Karosserie wird oft mit Bausätzen ausgeführt, welche im allgemeinen Sprachgebrauch als Kitcars bezeichnet werden. Bei Karosserieumbauten wird außerdem zwischen rein optischen Umbaumaßnahmen (Flügeltüren, spezielle Lackierungen, etc.) und Veränderungen zwecks der Aerodynamik unterschieden. Die Aerodynamik kann unter anderem mithilfe von Leitwerken und Flügeln optimiert werden.

Innenraum eines extremen Tuning Autos (Tuning World Bodensee)

Auto Tuning: Innenraum

Bei dieser Art von Tuning werden meist sehr hochwertige aber auch ausgefallene Materialien im Innenraum verbaut. Das Tuning kann sportlichen Zwecken oder der Sicherheit dienen (Sportschalensitze, Überrollkäfig, etc.), aber auch der Bequemlichkeit (Lederausstattung, Federung der Sitze, etc.) sowie der Optik (Interieurumbau, Kofferraumausbau, etc.). Der Innenraumausbau betrifft häufig auch den multimedialen Bereich – Car-Hi-Fi, wie z.B. Audioanlagen oder DVD-Entertainmentsysteme.

Edel Tuning am Porsche Panamera
porsche panamera tuning

Auto Tuning: Beleuchtung

Der Beleuchtung sind im Hinblick auf die Straßenverkehrsordnung in Deutschland natürlich Grenzen gesetzt. Im Rahmen der Möglichkeiten werden Frontscheinwerfer, Blinker und die Rücklichter gegen andere Leuchtmittel bzw. –systeme ausgetauscht. Insbesondere die LED-Technik ist hier auf dem Vormarsch. Unterbodenbeleuchtungen oder spezielle Zusatzscheinwerfer sind in der Regel nicht zugelassen und werden häufig bei Showcars eingesetzt.

Veröffentlicht am 01.05.2012 in Lexikon

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Kommentar:

derdu schrieb am 11.12.2011 um 16:38 Uhr

http://www.youtube.com/watch?v=pQOguvlvv7w

Autotuning › Automobilwelt schrieb am 24.01.2013 um 12:00 Uhr

[...] den letzten Jahren hat sich das Autotuning von einem Hobby, das zunächst ein Nischendasein fristete, zu einem regelrechten Trend entwickelt: Mittlerweile ist [...]