Raubkatzen am Ring – Kurztest in der Eifel

“Eine Raubkatze, die zum Sprung ansetzt” – die Formensprache der neuen Jaguar Modelle ist eindeutig und das alleinige Betrachten der Rundungen erhöht den Ruhepuls um zehn Schläge pro Minute. Herzklopfen setzt aber vehement ein, wenn man den Startknopf eines der V8 Modelle drückt und die Kolben, Pleuel und Wellen ihren Arbeitsantritt mit einem dumpfen Grollen aus der Abgasanlage vermelden. Benzin im Blut war anlässlich des 40. AvD Oldtimer GranPrix von Jaguar in eines der Testcenter am Nürburgring eingeladen worden, um sich einen Überblick über die Modellpalette und die Motoren zu verschaffen.

Raubkatzen am Ring (Jaguar Testcenter)

Die Bergstraßen rund um den Nürburgring bieten optimale Verhältnisse um sportliche Autos zu testen, scharfe Kurven, Serpentinen und Bergkuppen wollen bezwungen und schnell hinter sich gelassen werden. Das Wetter in der Eifel war ungewohnt gut und so schnappte ich mir mit Kai (von Motoso, mein Fahrpartner auf so gut wie allen Events) ein Jaguar XK Cabrio. Das Dach war innerhalb von 10 Sekunden eingefahren und die Sonne blitze über die Nürburg hinweg auf unsere Häupter. Unter der langgezogenen Haube des XK Cabrio arbeitet ein 5.0 Liter V8, der akustisch eine Wohltat ist. Nicht aufdringlich und keinesfalls übertrieben, aber merklich hörbar grollt die wilde Katze beim Anlassen und macht, man kann es sich schon denken: Lust auf mehr! Nach kurzem Warmlaufen war es dann soweit, Kickdown, der V8 sollte seine Muskeln spielen lassen. Nach einem kurzen Gedenkmoment schaltet das Automatikgetriebe (im Sport-Modus, klar) zwei Gänge herunter und lässt die Katze zum Sprung ansetzen. Aus dem sonoren Blubbern des V8 wird ein tiefes gutturales Grunzen, die Hinterräder verkanten sich im Teer und der Körper wird mit Nachdruck in den Sitz gepresst: Längsbeschleunigungs-Test bestanden! Aber auch quer “kann er mehr”, der Jaguar – das Cabrio mit Gentleman-Attitüde scheut beherztes Einlenken nicht, die G-Kräfte drücken Kai und mich weiter in die Sportsitze mit viel Seitenhalt. Fahrfehler, durch einen übertriebenen Gasfuß in der Kurve, werden durch das ESP (welches natürlich abschaltbar ist, Ehrensache bei einem echten Sportwagen) gut abgefangen, die Reifen lässt die Elektronik dennoch einen Hauch schlupfen, so dass die wohlerzogene Katze doch auch mal mit quietschenden Reifen Aufsehen erregt. Aber nicht nur Kai und mich hat das Cabrio begeistert, Jan reißt sich vor lauter Glück sogar die Klamotten vom Leib!

Jaguar XK
Jaguar XK Cabrio: 5.0 Liter V8

jaguar xk heck
Von wegen lange Haube: Das Heck hat auch eine nicht unerhebliche Länge

jaguar xk innenraum
Handgenähtes im Innenraum des Jaguar XK: Edel! Die Katze ziert auch das Volant.

Obere Mittelkatze: Jaguar XF

Wozu ein Auto fahren, wenn man die gesamte Modellpalette des britischen Herstellers testen kann? Als nächstes stiegen wir in den Jaguar XF um. Das viertürige Coupé spielt in der selben Liga wie ein 5er BMW, ein Audi A6 oder eine Mercedes E-Klasse. Innen dominiert wie in allen Jaguar Modellen Leder, das edel vernäht ist (gegen Aufpreis), der Arbeitsplatz ist geräumig und die sportlichen Sitze bieten neben Seitenhalt eine sehr komfortable Sitzposition. Ergo: Mit diesem Auto kann man reisen. Wir haben den XF in der 3.0 Liter Diesel Variante getestet. Der Selbstzünder V6 verrichtet seine Arbeit tadellos, natürlich weniger aufgeregt und etwas klopfender als der Achtzylinder im Cabrio :-) Dennoch waren wir von der Durchzugskraft des Diesel angetan. Jaguar würde sicher auch keine Diesel in seinen Fahrzeugen anbieten, würden sich diese nicht sportlich anfühlen. Ob Diesel oder Benzin ist oft eine wirtschaftliche Frage, im Jaguar XF kann man aber getrost auf einen Selbstzünder setzen: Das dieseltypische Turboloch wird durch eine biturbo Aufladung weitestgehend vermieden. Auf dem Show-Gelände an der Coca Cola Kurve des Nürburgring wurde auch der neue Jaguar XF Sportbrake ausgestellt. Mit diesem Kombi wildert Jaguar nun auch in der Käuferschicht des A6 Avant und Konsorten. Fazit: Bei einem Einstiegspreis von knapp 45.000 Euro kann sich der sportliche Brite auch locker mit Premiumautos aus deutschen Regalen messen – es bleibt spannend!

Jaguar XF

Das Facelift steht dem Jaguar XF sehr gut
Jaguar XF
Mit dem XF durch die Eifel…

Jaguar XF
Elefant gegen Raubkatze: Zwei Diesel-Arbeitstiere, die unterschiedlicher nicht sein können.

Reisekatze: Jaguar XJ

Das Ende der Fahnenstange: Der Jaguar XJ ist der unangefochtene König, zweifellos. Von Außen sieht die Oberklasse Limousine fast unscheinbar aus – steigt man aber ein, so wird man überwältigt. Innen Geräumigkeit wie in der First Class einer guten Airline. Edelste Materialien wohin man schaut. So reisen die Queen, der Vorstand großer Unternehmen und wohlhabende Menschen mit viel Geschmack. Aber damit nicht genug: Der XJ ist nicht nur geräumig und edel, er verrichtet seine Arbeit auch flüsterleise. Das Diesel-Aggregat unseres Testwagens klingt absolut unaufdringlich und Fahrgeräusche werden bis auf das Minimum reduziert. Durchzugsstark wird man, bei Bedarf, sanft aber mit Nachdruck, in die bequemen Sitze gedrückt… Kai und ich wollten gar nicht mehr aussteigen, so sehr hat uns dieser Wagen begeistert. Sätze, die so gefallen sein könnten: “Dies ist nicht nur ein Auto, dies ist Luxus!” – “Genießen statt einfach nur Fahren”. Unser Fazit ist: Im Jaguar XJ wird jede Reise zu einer lustvollen Erfahrung. S-Klasse und Audi A8: Nehmt euch in Acht!

Jaguar ist eine Edelmarke, das haben wir in der Eifel eindrucksvoll bewiesen bekommen: Dennoch gibt es leider auch etwas zu bemängeln – und dies gilt für alle Modelle. Die Bedienung der OnBoard Technik ist leider nicht besonders gut gelöst. Nicht nur ist die grafische Oberfläche der Navigationssoftware enttäuschend, auch die Bedienung erfordert Übung und Geschick. Als technikaffine Menschen konnten wir dem Navigationssystem nach einigen Minuten trotzdem ein Ziel entlocken, dennoch denke ich, dass ältere Jaguar Kunden ihre Schwierigkeiten damit haben könnten. Uns wurde aber versichert, das bereits an Änderungen gearbeitet wird.

Jaguar XJ innenraum
Wer braucht schon goldene Löffel? Wir wollen Leder: Der Innenraum des Jaguar XJ

Jaguar XJ
Eines der schönsten Autos der Neuzeit: Der XJ hat wahre Begeisterung bei uns ausgelöst.

Jaguar XJ
Der Jaguar XJ lehrt die Oberklassen Limousinen der deutschen Konkurrenz das Fürchten.

Weiterführende Links:

 

Disclaimer: Ich wurde von Jaguar an den Nürburgring eingeladen um Autos zu testen, ich werde für diesen Artikel nicht bezahlt.

 

Veröffentlicht am 12.08.2012 in Sportwagen

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cat-content aus england » mein auto blog schrieb am 12.08.2012 um 15:47 Uhr

[...] für mehr Beiträge, voller Benzingeruch, Emotionen und Geschichten!Weitere Beiträge von Kollegen:http://benzinimblut.com/autos/raubkatzen-am-ring-kurztest-in-der-eifel/4150/http://auto-geil.de/2012/08/12/feeling-alive-jaguar-xk-5-0-v8-cabriolet/ Fotos: Die Fotos [...]


[...] XKR und XK unterwegs Auto… geil: Feeling alive: Jaguar XK 5.0 V8 Cabriolet Benzin im Blut: Raubkatzen am Ring – Kurztest in der Eifel Mein Auto Blog: Cat-Content aus [...]


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Jaguar: Samtpfote und Raubtier zugleich | Auto-Diva schrieb am 13.08.2012 um 19:54 Uhr

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