Porsche 911 GT2 RS

Der Porsche 911 GT2 zählt zu den wenigen Autos weltweit, für welchen der Messwert von 0 auf 300 km/h angegeben ist. 33 Sekunden benötigt der Über-Elfer für diesen Sprint. Damit lassen sich die Konkurrenten fast schon an einer Hand abzählen.

Porsche 911 GT2 RS
Porsche GT2 RS

Vollgasfahrer gehören einer aussterbenden Spezies an – doch es gibt sie dennoch, obwohl die Geschwindigkeits-Begrenzungen oft hohe Geschwindigkeiten gar nicht erst zulassen. Bei Porsche sind es jene Menschen, die im GT2 Platz nehmen – einem rundstreckentauglichen Sportwagen. Seit 1995 wird der Über-911er produziert. Vom ersten Modell (430 PS) wurden rund 200 Fahrzeuge verkauft, bei der zweiten Generation (462 PS) stiegen die Verkaufszahlen bereits auf 1.300 an. Die dritte Generation dürfte noch mehr Kunden finden.

GT2 RS – Aggressiver Auftritt
911 GT2 RS

Bei der neusten Generation haben die Schwaben eine nahezu perfekte Fahrmaschine auf die Beine gestellt. Doch fangen wir zunächst beim Design an. Als Ausgangsbasis dient der Porsche Turbo. Dessen Front zieren nun drei großvolumige Lufteinlässe, dazu gibt es neue Front- und Heckflügel. Diese dienen vornehmlich einem erhöhten Abtrieb. Seitlich am Heckspoiler führen zwei faustgroße Löcher den beiden Turboladern vorkomprimierte Luft zu. Insgesamt wirkt der Auftritt deutlich aggressiver als im Turbo.

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145 kg weniger Gewicht als im Turbo
porsche 911 gt2 rs

Der Innenraum ist funktionell und edel gehalten. Neben einem Feuerlöscher, Sechspunkt-Gurten und einem Überrollkäfig geht der Sportwagenhersteller nahezu verschwenderisch mit Alcantara und Kohlefaser um. Der leichte und grifffeste Leder-Ersatz findet am Schaltknauf, am Armaturenbrett sowie am Lenkrad Verwendung. Durch den reichlichen Einsatz von Kohlefaser konnte der GT2 gegenüber dem Porsche Turbo insgesamt 145 kg an Gewicht einsparen. Allein die zwei Carbon-Schalensitze sparen schon 18 Kilogramm ein. Durch die serienmäßige Keramik-Bremsanlage kommen 20 kg weniger auf die Waage. Weitere Pfunde werden durch die Titan-Auspuffanlage (minus 9 kg) gespart. Hauptsächlich resultiert die Gewichtsersparnis jedoch durch den Verzicht auf den Allradantrieb – über 50 kg werden allein damit eingespart. Die Rücksitzbank und einige Dämmmaterialien mussten ebenfalls aus Gewichtsgründen weichen.

Elektronik greift sehr verhalten ein
911 gt2

Das geringere Gewicht macht sich natürlich auch beim Fahrverhalten deutlich bemerkbar. Der GT2 lässt sich trotz Hinterradantrieb überaus gutmütig bewegen. Dies liegt dem hohen Anpressdruck und der gut abgestimmten Elektronik zugrunde. Dabei greift die Elektronik eher selten bzw. nur geringfügig ein. Schaltet man alle Fahrhilfen ab, sind extrem saubere Drifts mit dem 530-PS-Hecktriebler möglich. Dabei lässt sich der GT2 sogar noch während des Drifts sauber platzieren – das schaffen nur ganz wenige Fahrzeuge. Für eine Umrundung auf der Nordschleife benötigt der Porsche GT2 übrigens nur 7,32 Minuten – genauso schnell wie der 612 PS starke Supersportler Carrera GT.

10 Sekunden für Tempo 200
GT2 RS Heck

Turboloch, Durchzugsschwäche? Alles Fremdwörter für den GT2. Nach gut 10 Sekunden sind 200 km/h erreicht, 23 Sekunden später durchbricht der Über-Elfer die 300er Marke. Dabei schreit sich der aufgeladene 3,6-Liter-Boxermotor die Seele aus dem Leib. Was kostet der Fahrspaß? Wer jetzt keinen Heulkrampf erleiden will, sollte besser aufhören zu lesen. Allen anderen sei gesagt – insgesamt werden 189.469 Euro für den GT2 fällig.
Wer bereits die Kreditkarte und den Autoschlüssel in der Hand hält und die Adresse des nächstgelegenen Porsche-Händlers im Internet sucht – Stopp! Für knapp 40.000 Euro mehr gibt es das neuste Geschoss aus Zuffenhausen – den GT2 RS.

Walter Röhrl mit dem 911 GT2 RS und dem Porsche Carrera GT

RS für noch mehr Power
Beim GT2 RS handelt es sich um den stärksten Serien-Elfer aller Zeiten. 620 PS sorgen für regelrechte Beschleunigungsorgien. Kein Wunder, dass für diese Fahrleistungen umfangreiche Modifizierungen nötig waren – rund 600 Teile wurden verändert. Durch konsequenten Leichtbau konnte das Gewicht abermals gedrückt werden – keine Klimaanlage, kein Radio, kein mit Leder bespanntes Armaturenbrett, lediglich zwei brettharte Schalensitze mit einem Seitenhalt, der extreme Kurvengeschwindigkeiten zulässt, sowie ein Überrollkäfig empfangen den GT2-RS m-Piloten. Insgesamt kommt der Elfer auf 1.370 Kilogramm. Das bedeutet, jedes PS muss lediglich 2,21 kg bewegen. Wer sich nur etwas mit Autos auskennt, weiß, das sind beeindruckende Werte. Noch mehr Zahlen? 28,9 Sekunden – das ist die Angabe für den Sprint aus dem Stand auf 300 Stundenkilometer. 3, 2, 1 – bis 100 km/h vergehen nicht viel mehr als drei Sekunden.

Im Kreise seiner Liebsten: Heckflügel Porsches!
Porsche Heckflügel

Der GT2 RS folgt der eingeschlagenen Linie mit chirurgischer Präzision
Wie schon der GT2 bringt die RS-Version seine schiere Kraft nur über die Hinterräder auf den Asphalt. Angst muss man dabei allerdings keine haben – Respekt schon. Bei eingeschalteten Fahrhilfen sollten jedoch auch ungeübte Autofahrer mit dem GT2 RS zurechtkommen. Das Fahrzeug generiert unglaublichen Grip und folgt der eingeschlagenen Linie mit chirurgischer Präzision. Unterschätzen darf man den reifenmordenden Elfer allerdings nie – immerhin sind bis zu 330 km/h möglich. Leider ist im Grundpreis von 237.578 Euro kein Michelin-Cup-Reifen-Abo enthalten. Dafür bekommt man einen Porsche, der auf 500 Exemplare begrenzt ist und selbst gegen waschechte Rennsportwagen eine gute Figur abliefert.

Veröffentlicht am 11.09.2011 in Sportwagen

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