Nissan 370Z

Das „Z“ steht bei Nissan für besonders sportliche Coupés – so auch beim 370Z. Im Vergleich zum Vorgänger wurde deutlich an Gewicht gespart, dafür mehr Leistung spendiert. Trotzdem will er sich nicht so recht an den Mann bringen.

Die Front des Nissan 370Z
nissan 370Z Front

Seit rund 40 Jahren baut Nissan seine Z-Modelle und ist damit sehr erfolgreich unterwegs. Nur in Deutschland wollen die Japan-Sportler einfach nicht verkauft werden, das macht den 370Z zum wahren Exoten für den kleinen Geldbeutel. 331 PS für verhältnismäßig günstige 38.690 Euro sind eine deutliche Ansage. Fragt sich nur, warum Porsche vom viel teureren Boxter und BMW vom leistungsschwächeren Z4 deutlich mehr Einheiten verkaufen. Gut, vielleicht liegt es am polarisierenden Design, vielleicht aber auch am Image des japanischen Automobilherstellers. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus vielerlei Dingen. Doch lassen Sie uns den Nissan 370Z einmal näher betrachten.

Nissan 370Z – auch in Computerspielen fährt er häufig mit
Nissan 370Z Rennspiel

Der 370Z beim 24 Stunden Rennen von Dubai
24 stunden dubai

Ohne Zweifel – einen 370Z erkennt man sofort. Die Optik orientiert sich stark am Vorgängermodell, dem 350Z. Die Proportionen haben sich jedoch stärker verändert, als man auf den ersten Blick zu denken scheint. Am auffälligsten unterscheidet sich das neue Modell bei den Scheinwerfern. Diese erstrahlen nun im Haken-Design und sind zum Großteil für den hohen Wiedererkennungswert verantwortlich. Der Ausdruck pompös ist für das Heck fast schon untertrieben, fett und gewaltig trifft es eher. Dazu gibt es dicke Backen und ein Auspuffrohr, in welchen man locker einen Oberarm verstecken kann. Die Frontpartie ist durch die zackigen Scheinwerfer sowie durch den breiten Kühlergrill á la Nissan GT-R geprägt. Der Innenraum ist funktionell und die Materialien sind gut verarbeitet. Besonderes Augenmerk gilt den drei Rundinstrumenten in der Mittelkonsole – sie versprühen ein enormes Maß an Sportlichkeit.

Seitenansicht des 370Z
Nissan 370Z Seitenansicht

Insgesamt wurde der Radstand um 10 Zentimeter verkürzt, wodurch sich vor allem das Handling der Nissan-Rakete verbessert hat. Dem kommt außerdem zugute, dass sich das Gewicht zum 350Z um über 100 Kilogramm reduziert hat. Das macht sich natürlich auch beim Verbrauch bemerkbar, gut 10 Liter gehen im Schnitt durch die Tankleitungen. Für einen 331 PS starken Sportler verdient dieser Wert aller Achtung. Wer sparsam unterwegs ist, kommt sogar mit knapp sieben Liter auf 100 Kilometer aus – top!

Zu komfortabel, aber eine exakte Lenkung

Beim Thema Fahrwerk ist die Auslegung der Japan-Flunder recht komfortabel ausgefallen. Hier hätte Nissan ruhig etwas mehr die sportlichen Attribute fördern sollen, die Wankneigung fällt (für Sportwagen) dementsprechend hoch aus. Dafür bietet die Lenkung eine gute Rückmeldung und dirigiert den 370Z exakt durch Kurven. Die Bremsen greifen kräftig zu – müssen sie auch bei solch einer hohen Leistung. Der Hubraum wuchs von 3,5 auf 3,7 Liter, der Motor ist zwar untenrum etwas schwachbrüstig, dafür packt der dicke V6 bei höheren Drehzahlen umso mehr an. Bis 7.000 Touren dreht der Z munter und sauber hoch, der kernige V6-Klang ist dabei nicht zu verachten. Besonders Spaß bereitet die automatische Zwischengasfunktion mit hörbarer Nebenfunktion. Dabei wird die Drehzahl während des Schaltvorgangs auf das passende Niveau angepasst – dem Motorsound-Fan wird es gefallen.

In gut fünf Sekunden auf Tempo 100
Nissan 370Z

Die nackten Fahrleistungen können sich sehen lassen: In 5,3 Sekunden sprintet der Nissan 370Z aus dem Stand auf Tempo 100. Erst bei 250 km/h greift die automatische Abregelungsfunktion ein. So viel Sport für wenig Geld gibt es in seiner Klasse kaum. Selbst vollausgestattet (rund 44.000 Euro) ist der 370Z immer noch rund 10.000 Euro günstiger als ein Audi TT RS mit 340 PS. Ein Cayman S schlägt sogar mit knapp 62.000 zu Buche. Leider zählt in Deutschland wohl mehr Prestige als das reine Preis-Leistungs-Verhältnis. Schade eigentlich – der Nissan 370Z macht richtig Spaß und sieht doch gar nicht so schlecht aus.

Veröffentlicht am 30.04.2012 in Sportwagen

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