MINI John Cooper Works
Wenn 175 PS im Mini Cooper S zu wenig sind, dann lohnt sich vielleicht eine Testfahrt im stärksten Mini aller Zeiten – dem John Cooper Works (JCW). Die zivile Version des Mini-Challenge-Boliden mobilisiert immerhin 211 PS.
Video: MINI John Cooper Works WRC
Irgendwie knuddelig und süß
Egal, ob Hundewelpen oder Babykatzen – alles, was klein, flauschig und niedlich ist, gefällt und berührt. Eventuell liegt gerade in diesem Umstand der überwältigende Verkaufserfolg des Mini Cooper. Wobei, mittlerweile ist der Mini gar nicht mehr so mini. Mit einer Länge von 3,71 Meter und einer Höhe von 1,40 Meter ist er deutlich größer wie so manch anderer Kleinwagen. Dabei ist der Auftritt stets selbstbewusst und eigenständig. Trotzdem bleibt der Deutsch-Brite irgendwie süß und knuddelig, aber auch cool.
Der John Cooper Works macht dabei keine Ausnahme, wobei die serienmäßigen Rallyestreifen von einer gewissen Potenz zeugen. Auch der Lufteinlass auf der Motorhaube, der kleine Heckspoiler und die doppelten Endrohre lassen den Mini recht sportlich erscheinen. Dass Mini auch sportlich kann, haben sie mindestens seit der Mini Challenge bewiesen, welche seit einigen Jahren im Rahmenprogramm internationaler Rennserien gastiert. Jetzt findet der Rennwagen den Weg auf die öffentlichen Straßen.
Von 100 auf 0 km/h nach nur 35,5 Meter

Im John Cooper Works bescheren 211 PS pure Freude am Fahren – das passt auch zum Slogan der Muttergesellschaft BMW. Gegenüber der Basis aus dem Cooper S kitzeln die Ingenieure 34 Mehr-PS aus dem 1,6-Liter-Aggregat heraus. Das macht eine beachtliche Literleistung von 132 PS. Umso erstaunlicher, dass es nicht mal ein Turboloch gibt. Sogar das Ansprechverhalten ist schon ab 1.300 Touren sehr spontan. Mit einem Ladedruck von 1,3 bar stehen ab 2.000 bis 5.300 Umdrehungen pro Minute, dank Overboost-Funktion, kurzzeitig bis zu 280 Nm Drehmoment parat. Das reicht für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 6,5 Sekunden. Bis 180 Stundenkilometer auf dem Tacho stehen vergehen 20,8 Sekunden – damit verbläst der Mini sämtliche Konkurrenz aus Wolfsburg. Als Höchstgeschwindigkeit stehen 238 km/h im Fahrzeugschein – das sollte für den Alltag ohne Zweifel ausreichen. Untermalt wird das Beschleunigungs-Fest durch einen kernigen Klang aus den mittig angeordneten Doppel-Auspuffrohren. Auch in Sachen Verzögerung hat der Mini ordentlich zu- bzw. eher abgelegt: Nach nur 35,5 Meter steht das JCW-Modell aus 100 km/h. Der Cooper S benötigt dafür knapp drei Meter mehr – im Ernstfall können drei Meter aber über Leben oder Tod entscheiden. Die deutlich besseren Verzögerungswerte sind auf vergrößerte, innenbelüftete Bremsscheiben zurückzuführen.
Go-Kart-Fahrverhalten auch in der MINI John Cooper Works Challenge Rennversion

Auch beim 180 Meter langen Slalomparcours beweist der Mini John Cooper Works seine Qualitäten. Mit durchschnittlich 67,3 km/h stiehlt er so manchem Sportwagen die Show. Dabei fallen vor allem die Lenkpräzision und die extreme Spurstabilität positiv auf. Nur wenige Autos dieses Preissegments lassen sich so direkt und wieselflink ums Eck bewegen wie der JCW-Mini – das Fahrverhalten erinnert etwas an Go-Kart-Fahren.
Besonders erfreulich ist außerdem der relativ niedrige Verbrauch von 6,9 Liter im Schnitt. Angesichts der hohen Leistung sicherlich kein schlechter Wert. Auch in der Praxis fällt der Durchschnittsverbrauch nicht sondern höher aus. Bei flotter Fahrweise stehen allerhöchsten neun Liter im Bordcomputer, wer das ganze Potenzial aus dem Sport-Mini herauskitzelt, der kommt allerdings schon auf gut 11 Liter. Dennoch: Der Fortschritt zum Vorgänger ist gewaltig – dieser verbrauchte selten weniger als 10 Liter. Summa Summarum sind das sage und schreibe 20 Prozent Ersparnis. In diesem Zusammenhang ist nur schade, dass dem John Cooper Works eine Start-Stopp-Automatik fehlt. Damit ließe sich der Verbrauch sicherlich nochmals um fünf bis 10 Prozent verringern.
Nicht preiswert, aber sein Geld Wert: Die Sonderedition “John Cooper Works”

Billig war ein Mini noch nie, der John Cooper Works bleibt hierbei seinen Brüdern treu: Mindestens 27.700 Euro werden für den sportlichsten Mini fällig. Im Vergleich zum Cooper S kostet der JCW stolze 5.600 Euro mehr. Preislich gesehen gliedert sich der Works-Mini deutlich aus dem Kleinwagensegment. Dafür bekommt der Kunde aber auch Fahrleistungen, die weit über denen eines gewöhnlichen Kleinwagens liegen.
MINI John Cooper Works






































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