Mercedes SLS AMG

Mercedes – die Fahrzeuge des Traditionsunternehmens aus Stuttgart sind bekannt für spitzen Qualität, Sicherheit und komfortables Fahrverhalten – allerdings nicht für Sportlichkeit. Mit der Hommage an den legendären 300 SL aus den 50er Jahren geht der Autobauer jedoch einen anderen Weg – zumindest was den Bereich Sport angeht.

571 PS und ein Sound zum Niederknien – der SLS AMG

Endlich ist er da – der Nachfolger des Mercedes 300 SL. Über 50 Jahre hat es gedauert, bis Mercedes wieder einen neuen Flügeltürer im Programm hat. Der Mercedes SLS AMG stammt komplett aus der Schmiede von AMG, dem hauseigenen Tuner. Bisher galten sämtliche AMG-getunte Fahrzeuge von Mercedes als dezent verpackte Krawallmänner – mit dem SLS setzt AMG neue Maßstäbe. 571 PS sorgen für einen immensen Antritt – in unter vier Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h. Schluss ist erst bei 317 km/h – damit wird der SLS wohl die linke Autobahnspur für sich alleine beanspruchen. Nicht weniger beeindruckend ist das Drehmoment – 650 Nm sorgen für Vortrieb in jeder Lebenslage. Schon ab 4.750 Umdrehungen pro Minute liegt das maximale Drehmoment an, damit legt der Über-Benz sehr gute Durchzugsqualitäten an den Tag.

SLS AMG Roadster

SLS AMG mit geöffneten Flügeltüren von hinten (Heck-Ansicht)

Neben der gewaltigen Kraft fasziniert der SLS vor allem in einer Disziplin – dem Sound. Das V8-Donnern, das aus den zwei trapezförmigen Endrohren entweicht, ist wie aus einer anderen Welt und erinnert etwas an die alten US-Muscle-Cars aus den 70ern. Endlich mal ein Benz, der zeigt, was er hat.

AMG verleiht Flügel – hier die GT3 Version des SLS AMG

Äußerlich orientiert sich der SLS AMG an der Vorlage von 1954. Auffälligstes Merkmal sind natürlich die beiden hochschwingenden Flügeltüren, ganz im Stil des legendären 300 SL. Damit wird der Ein- und Ausstieg zum echten Hingucker – mehr Aufmerksamkeit erregt nur der Klang des 6,2-Liter-V8-Motors. Einziges Manko zeigt sich beim Schließen der Flügeltüren: Sitzt man erstmal in den eng anliegenden Schalensitzen, kommt man nicht mehr an die Schlaufen, um die Türen zu schließen. So muss man schon beim Einsteigen die Tür leicht zuziehen. In der kürzlich erschienenen Roadster-Variante hat man dieses Problem nicht.

Schaltvorgänge dauern nur einen Wimpernschlag

Das Design sucht in jeder Hinsicht seinesgleichen. Vorne dominiert ein breiter Kühlergrill mit dem obligatorischen Mercedes-Stern, dazu kommen Scheinwerfer, die sich weit in die Kotflügel ziehen. Die seitliche Linie wird von Kiemen geziert, das knappe Heck rundet den Optik-Mix aus Retro und Avantgarde gekonnt ab. Neben den majestätischen Flügeltüren wird das Design besonders durch die ellenlange Motorhaube geprägt. Der Fahrer sitzt fast auf der Höhe der Hinterachse, wodurch sich ein einzigartiges Fahrgefühl ergibt. Wer sich traut, stellt alle Fahrhilfen aus und lässt das Heck um die Kurve driften – die 571 PS lassen die 295er Hinterräder dabei schnell in Rauch aufgehen. Doch wer 183.240 Euro für einen Supersportwagen übrig hat, der wird bestimmt auch Geld für einen neuen Satz Hinterreifen aufbringen können.

SLS AMG
SLS AMG

Geschaltet wird entweder per Automatik oder manuell mittels Schaltwippen am Lenkrad. Den eigentlichen Schaltvorgang des Doppelkupplungsgetriebes merkt man allerdings kaum – das Wechseln der Gänge geschieht in der Geschwindigkeit eines Wimpernschlags. Der optimale Schaltpunkt wird übrigens durch eine aufblinkende Ampel im Cockpit angezeigt.

Der SLS zeigt anderen die Rücklichter
Durch die Transaxle-Bauweise (Motor vorne, Getriebe an der Hinterachse) ergibt sich eine nahezu perfekte Gewichtsverteilung im Supersportwagen von Mercedes – 47 Prozent des Gesamtgewichts von 1.647 kg lasten auf der Vorderachse, 53 Prozent auf der Hinterachse. Dem Fahrverhalten kommt diese Bauweise natürlich zugute – der SLS AMG lässt sich mit Leichtigkeit um Kurven dirigieren und liegt wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße. Auf der Autobahn werden die meisten den Über-Benz wohl nur von hinten zu Gesicht bekommen.

Die Elektro-Version des SLS: Der SLS AMG “E-Cell”

Zukunftsaussichten: Für 2012 ist eine spezielle Elektro-Version geplant – der SLS AMG E-Cell. Für Vortrieb werden vier Elektromotoren mit einer Höchstleistung von 392 kW bereitgestellt, das Drehmoment beläuft sich auf unvorstellbare 880 Nm. Anfang 2012 soll der E-Cell vorgestellt werden, es gibt bereits Vorserienmodelle, passend in schreiendem neon-gelb.

Veröffentlicht am 23.08.2011 in Sportwagen

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Kommentar:

Thomas schrieb am 22.11.2011 um 17:14 Uhr

Hallo zusammen,

ja, auf den SLS AMG E-Cell bin ich auch schon wahnsinnig gespannt. Die bereits angekündigte Leistung werden die “gelbe Gefahr” dem konventionell angetriebenen SLS in kaum etwas nachstehen lassen.

Grüße,
Thomas

Joshua Friedrichs schrieb am 09.02.2012 um 17:37 Uhr

Ich habe Benzin im Blut und stehe auf den AMG SLS weil es einfach das schönste Auto ist, das ich jemals gesehen habe. Der Klang seines V8 lässt meine Nackenhaare auferstehen!

Karola schrieb am 29.02.2012 um 21:20 Uhr

“Ich habe Benzin im Blut”.
Na da träum ich mal schön weiter von diesen Auto´s!