Mercedes-Benz SLR Z199 Stirling Moss

Der Mercedes-Benz SLR McLaren kostet weit über 400.000 Euro, zum Ende des Produktionszeitraumes spendiert Mercedes ein letztes Sondermodell des SLR – den Stirling Moss. Zu dem Einstandspreis von 892.500 Euro gibt es allerdings weder eine Windschutzscheibe noch ein Dach. Was berechtigt den hohen Preis für den SLR Stirling Moss demnach?

Mercedes-Benz SLR Z199 Stirling Moss: Nur 75 Exemplare
Mercedes Benz SLR Z199

Zum Finale des Supersportwagens SLR McLaren hat Mercedes ein Fahrzeug auf die Beine gestellt, was dem Abgang des SLR würdig erscheint – ganz getreu dem Motto: Das Beste zum Schluss. Vom Radikal-Roadster SLR Stirling Moss werden insgesamt nur 75 Einheiten produziert, damit zählt diese Sonderedition des SLR zu den seltensten und exotischsten Autos der Welt. Doch der Bolide ist nicht nur wegen seiner Stückzahl eine echte Rarität, sondern auch wegen seinem puristischen Konzept. Die Designer haben so gut wie alles weggelassen, was zum Fahren nicht nötig ist oder zusätzliches Gewicht kostet. Im SLR Stirling Moss gibt es keine Windschutzscheibe, keine Seitenscheiben und kein Dach – lediglich zwei kleine Windabweiser halten das Gröbste vom Fahrer und Beifahrer fern. Wenn es um neue Rundenrekorde geht, reicht schließlich auch eine Schutzbrille, und zum Parken kann der SLR mit zwei Carbonschalen abgedeckt werden.

Mercedes-Benz SLR McLaren: Stirling Moss Sonderedition
SLR Z199 Stirling Moss

Die Hommage an den Siegerwagen der Mille Miglia von 1955 trägt wie Stirling Moss’ Rennwagen riesige seitliche Kiemen und einen markanten Lufteinlass auf der Motorhaube. Hinter den beiden Sitzschalen ragen zwei Überrollbügel in die Luft, an der Seite dominieren die doppelten Auspuffendrohre. Abgerundet wird der Supersportler durch einen Diffusor, der dafür sorgt, dass der Wagen bei hohen Geschwindigkeiten nicht abhebt. Innen gibt es als besonderes Highlight eine Gravur des Namensgebers.

Schneller war noch kein Serien-Mercedes
Mercedes-Benz SLR Z199 Stirling Moss

Die Antriebstechnik und das Fahrwerk sind gegenüber der Serie nahezu unverändert, dennoch bietet der SLR Stirling Moss ein vollkommen anderes Fahrgefühl. Zum einen steht man ständig in Beobachtung – wer lieber gerne unauffällig von A nach B reist, der ist im Stirling Moss definitiv fehl am Platz. Zum anderen fühlt man sich fast wie in einem Formel-1-Rennwagen: Durch den Wegfall der A- und B-Säulen wird der Blick durch keinerlei Hindernisse gehindert. Aber nicht nur die ständigen Blicke und die 360-Grad-Panorama-Aussicht machen das Fahren im SLR zum regelrechten Erlebnis, auch am Lenkrad merkt man die Veränderung gegenüber dem normalen SLR.

1,5 Tonnen und 650 PS = 3,5 Sekunden von 0 auf 100 Km/h
Stirling Moss Mclaren SLR

Rund 200 kg hat die Carbonflunder abgespeckt und wiegt jetzt nur noch 1,5 Tonnen. Das Fahrgefühl ist dadurch deutlich direkter geworden und die Keramikbremsanlage bringt den SLR nun noch schneller zum Stehen. Ordentliche Verzögerungswerte sind bei einer Leistung von 650 PS und 820 Nm Drehmoment aber auch dringend nötig. 350 km/h und in unter 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h – schneller war noch kein Serien-Mercedes.

Alle 75 Exemplare sind bereits vergriffen – hier eine Studie auf Papier

So imposant der Auftritt des SLR Stirling Moss auch ist, so brutal ist die Ausfahrt. Wähnt man sich in niedrigen Drehzahlregionen, so lässt es sich mit Sonnenbrille noch relativ gut aushalten – nur die vielen Mücken trügen das Bild etwas. Lässt man die 350 Pferdestärken jedoch ungehindert ihren Job machen, zehrt der Fahrtwind doch schon recht stark an den Haaren. Das ist jedoch nichts im Vergleich zu Regentropfen – diese wirken wie kleine Nadelstiche. Mückenschwärme lassen das Gesicht einem regelrechten Schrotkugelhagel unterziehen. Hier heißt die Devise: Wer ohne Helm fährt, sollte seinen Mund stets geschlossen halten.

Regentropfen wirken wie kleine Nadelstiche: Keine Frontscheibe!
Dieses Auto hat keine Frontscheibe!

Selbst wer die 892.500 Euro für den Extremsportler zusammen hat, wird keinen Mercedes SLR Stirling Moss mehr bekommen – alle 75 Exemplare sind bereits ausverkauft. Ob die Sonderedition des SLR eine gute Wertanlage ist, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Zwar wurde der Mercedes-Benz SLR McLaren über 2.000 Mal verkauft und zählt damit zweifelsohne zu den meistverkauften Supersportwagen seiner Zeit, unter Kennern wird er dennoch oft als Flop bezeichnet – der Stuttgarter Automobilhersteller plante, insgesamt 3.500 Einheiten an den Mann zu bringen.

Veröffentlicht am 04.09.2011 in Sportwagen

Kommentar hinzufügen
Name [wird veröffentlicht]
Emailadresse [bleibt geheim]
Homepage [wird veröffentlicht]
Kommentar: