Maserati Gran Turismo S

Lange vier Jahre dümpelte Maserati in roten Zahlen, erst seit 2007 gelingt es dem mittlerweile zum Fiat-Konzern gehörenden Sportwagenhersteller, den Absatz zu erhöhen. Neue Modelle gehören seitdem zum Alltag – seit 2008 gibt es den erfolgreichen Maserati GranTurismo auch in einer verschärften S-Version.

Maserati Gran Turismo S
Maserati Gran Turismo S

Video: Maserati Gran Turismo S

Mehr Leistung, mehr Hubraum, sequenzielles Getriebe – das sind die Zutaten, die das Kürzel „S“ an dem 2+2-Sitzer berechtigen. Insgesamt gibt es 35 PS mehr unter der Haube, und das passende Fahrwerk gleich dazu. Man könnte aber auch meinen, dass das „S“ am Heck für Sound steht – der Maserati GranTurismo S trompetet in allerbester V8-Manier aus seinen zwei Endrohren.

Maserati Gran Turismo S: „S“ für Sound?
Maserati Gran Turismo S

Das Design, stammt im Übrigen aus der Feder von Pininfarina, blieb weitestgehend unangetastet. Neben 20-Zöllern, die freien Blick auf die Monoblock-Bremssättel mit sechs Bremskolben gewähren, einer milden Tieferlegung und zwei ovalen Endrohren (früher vier) hat sich nicht viel verändert. Mehr war aber auch nicht nötig – die spitz zulaufenden Frontscheinwerfer wirken so bösartig, dass das Überholprestige fast nicht zu übertreffen ist. Einziges Manko an der schön gezeichneten Front ist das Nummernschild, für welches eigentlich überhaupt kein Platz ist und welches die Design-Linie komplett zerstört.

Ein schwarzes Schaf oder ein Wolf im Schafspelz?
Maserati Gran Turismo S

Willkürliche Anordnung der Schalter
Trotz seiner beachtlichen Länge von gut 4,80 Meter ist im zweigeteilten Fond allerhöchsten für mittelgroße Menschen Platz. Vorne können sich Fahrer und Beifahrer dagegen nicht beklagen – der Innenraum bietet ausreichend Kopf- und Beinfreiheit. Außerdem besticht das Interieur durch feinste italienische Design-Kunst. Dazu passt auch der allgemeine Qualitätseindruck; nur bei der Ergonomie besteht Verbesserungsbedarf – die Schalter sind nicht nur schlecht zu erreichen, sie erscheinen auch willkürlich angeordnet zu sein.

Sonderedition “MC Stradale”
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Bessere Straßenlage
Das Fahrwerk und die Straßenlage sind gegenüber der normalen Version deutlich strammer und erwecken durchaus Vertrauen. Die Gewichtsverteilung ist mit 53 zu 47 Prozent zugunsten der Hinterachse fast schon optimal ausgelegt. Das macht sich auch im Handling bemerkbar, wenn auch das hohe Gewicht von knapp 1,9 Tonnen keine filigranen Fahrleistungen eines Porsche GT3 erlaubt.
Dem gegenüber macht das adaptive Fahrwerk dem Namen GranTurismo alle Ehren – der GT fährt sich auf Wunsch recht komfortabel und angenehm. Kleine Schlaglöcher werden gut weggefedert.

Die Trompeten von Jericho
Der V8-Motor wurde von 4,2 auf 4,7 Liter Hubraum aufgebohrt und erreicht nun 440 PS. Die 490 Nm Drehmoment erfreuen den Fahrer mit potenter Gasannahme und gutem Drehvermögen. Von 0 auf 100 km/h schafft es die S-Variante in unter fünf Sekunden, um genauer zu sein vergehen 4,9 Sekunden. 300 km/h schafft der Sportwagen leider nicht, aber 293 Stundenkilometer sollten für den alltäglichen Gebrauch mehr als genug sein. Im Vergleich zum Vorgänger-Modell beschleunigt der GranTurismo S gefühlte 30 Prozent schneller.

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Zum Einsturz von Stattmauern wird das Sounderlebnis des Maserati GranTurismo S zwar nicht reichen, dafür bietet der sportliche Italiener Gänsehaut-Feeling pur. Schon bei niedrigen Drehzahlen entfacht das V8-Aggegat ein böses basslastiges Grollen. Bei Betätigung der Sporttaste wird aus dem Grollen ein wildes Fauchen, was selbst eingefleischte Ferraristi beeindrucken sollte. Im Sportmodus schaltet das sequenzielle Getriebe übrigens 60 Millisekunden schneller (von 100 auf 40 Millisekunden) – das sorgt nicht für flottere Gangwechsel, sondern auch für ein geschmeidigeres Ein- und Auskuppeln. Im Gegensatz zum GranTurismo ist das ein deutlicher Fortschritt – vor allem wenn man per Schaltwippen am Lenkrad die Gänge einsortiert. Wer es lieber etwas gemächlicher mag, der kann auch einfach wieder in den Automatik-Modus schalten und gemütlich dahincruisen.

Ein Auto mit Herz
Wer sich für einen GranTurismo S entscheidet muss mindesten 15.050 Euro mehr auf den Tisch legen als für die normale Version. Insgesamt kommt man somit auf einen Einstiegspreis von 127.330 Euro. Individuelle Geschmacksfragen stellen natürlich kein Problem dar – der Italiener lässt sich mit zahlreichen Extras aufwerten. Da wären z.B. ein Alcantara-Dachhimmel für 1369 Euro, ein Skyhook-Fahrwerk für 2500 Euro, ein mit Klavierlack versehenes Interieur für 2380 Euro und ein Parksensor für schlappe 775 Euro. Zu dem Grundpreis von knapp 130.000 Euro könnte man sich auch einen BMW M6 mit über 500 PS leisten – dessen Fahrleistungen liegen um Welten höher als jene vom GranTurismo S. Doch der Maserati hat eben diesen einen entscheidenden Vorteil: Er hat Herz. Der GranTurismo S wirkt mit seinen Ecken und Kanten einfach sehr sympathisch. Außerdem ist der V8-Klang schlicht und ergreifend göttlich.

Veröffentlicht am 10.10.2011 in Sportwagen

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Kommentar:

BMW M3 2014: eine Vorschau schrieb am 18.10.2011 um 08:30 Uhr

[...] beatmet werden. Das sollte ausreichen, um Exoten mit ähnlichen Leistungsdimensionen wie etwa dem Maserati Gran Turismo S die Stirn zu bieten. Der neue Motor soll neben einer gestiegenen Gesamtleistung zusätzlich das [...]