Jaguar XKR-S
Knapp 20 Jahre ist es her, da baute Jaguar den Supersportwagen XJ220. Dieser erreichte einen Topspeed von 340 km/h. Beim neuen Sondermodell XKR-S ist Höchstgeschwindigkeit wieder ein Thema. Sein Doppel-Kompressor-V8-Motor mobilisiert stolze 550 Pferdchen, das reicht für den Einzug in den prestigeträchtigen Club 300.
Video vom heissgemachten XKR
Der XKR-S hebt sich optisch deutlich von seinen Geschwistern ab
Die Bezeichnung „XK“ ist lediglich ganz sportlichen Modellen aus dem Hause Jaguar zugeordnet – es gibt sie als stylisches Cabriolet oder als elegantes Coupé. Der XKR galt dabei bisher als stärkste Version – mit 510 PS unter der Haube auch nicht gerade untermotorisiert. Anscheinend war das für den britischen Automobilhersteller noch nicht genug – im neu erschienen XKR-S stellt Jaguar 40 Pferdestärken mehr zur Verfügung. Das ausschließlich als Coupé erhältliche Sondermodell hebt sich optisch deutlich von seinen zahmeren Raubkatzen-Geschwistern ab: Die neue Frontschürze lässt den Jaguar viel breiter und stämmiger erscheinen, zudem versorgen zwei markante Lüftungsschlitze den V8-Motor mit genügend Windzufuhr. Seitlich betrachtet fallen insbesondere die dunklen 20-Zoll-Leichtmetallfelgen auf und am Heck sorgt ein nicht zu übersehender Spoiler für ausreichend Abtrieb. Abgerundet wird die sportliche Optik durch jeweils zwei Doppelendrohre sowie einen Diffusor. Insgesamt wirkt das Design des XKR-S deutlich bissiger und aggressiver als die „normalen“ XK-Versionen.
Sportlich eleganter Innenraum
Im Innenraum geht der sportliche Eindruck in die nächste Runde. Bedienelemente aus Elfenbeinfarben, 16-fach verstellbare Sportsitze mit eingesticktem R-S-Logo, Pedalerie aus Edelstahl – das Interieur spiegelt sportliche Eleganz wider. Dazu passt auch die 300-km/h-Anzeige. Diese ist nicht wie bei den meisten Autos maßlos übertrieben, sondern orientiert sich vielmehr an der Wirklichkeit: Die Höchstgeschwindigkeit des Jaguar XKR-S beziffert sich auf exakt 300 Stundenkilometer – nicht mehr und nicht weniger. Ansonsten ist im Sondermodell alles wie gehabt – auch die Rücksitzbank, welche wegen null Beinfreiheit eigentlich nur als Gepäckablage dienen kann. Apropos Gepäck: Das Kofferraumvolumen erstreckt sich auf 330 Liter, für einen entspannten Wochenendausflug sollte das ausreichen.
Auch nach mehreren 100 Kilometern steigt man noch entspannt aus dem Wagen
Mit einem Gesamtgewicht von über 1,7 Tonnen zählt der Jaguar nicht gerade zur Liga der Leichtgewichte, dennoch ist das Sportfahrwerk knackig und nimmt enge Kurven mit Bravour. Allerdings soll der XKR-S eher den Gentleman-Driver ansprechen, der sich vielmehr über den sportlichen Sound erfreut als ein kompromissloser Racer zu sein. Hierzu passt auch die alltagstaugliche Auslegung, trotz der sportlichen Gene: Auf dem Weg zur Rennstrecke kann man es ruhig und entspannt angehen lassen, auf dem Rundkurs sind dann die sportlichen Anlagen des Jags (umgangssprachlich für Jaguar) gefordert – und die können sich allemal sehen lassen.
Bereits ab 2.000 Touren zieht der Jaguar kräftig an
In 4,4 Sekunden sprintet der XKR-S auf Tempo 100, das Modell ohne „S“ muss sich mit 4,8 Sekunden begnügen. 4,2 Sekunden später stehen schon 160 km/h auf der Anzeige. Das gewaltige Drehmoment von 625 Nm (55 mehr als im XKR) ist dabei in jeder Lebenslage spürbar. Schon ab 2.500 Umdrehungen pro Minute drückt der Jaguar die Insassen mit seiner schieren Kraft in die Sitze. Mit einem Verbrauch von 12,3 Liter auf 100 Kilometer liegt der Jaguar XKR-S im Mittelfeld seiner Klasse, in der Stadt gehen allerdings knapp 20 Liter durch die Leitungen – die 550 PS wollen schließlich auch bei guter Laune gehalten werden. Geschaltet wird per Sechsstufen-Automatik, welche sich über den Jaguar-typischen Drehregler in der Mittelkonsole betätigen lässt. Mit einem Druck auf die Sporttaste verändert sich zwar der Motorsound, beim Fahrwerk sowie bei der Lenkung merkt man jedoch keinen Unterschied.
Nur 200 Exemplare
Nur 200 Exemplare baut Jaguar vom XKR-S, davon sind 100 Stück für den deutschen Markt vorbehalten. Mit Vollausstattung schlägt der XKR-S mit 133.690 zu Buche. Mit an Bord: ein skurril anmutender Luftqualitäts-Sensor – wer’s braucht. In der Basisausstattung werden insgesamt 129.900 Euro fällig. Zum Vergleich: Der nicht gerade schwache Verwandte XKR kommt auf 105.900 Euro Einstiegspreis. Mit dem optional erhältlichen Speed Pack, welches die Endgeschwindigkeit auf 280 km/h anhebt, gehen nochmals 6.900 Euro vom Konto ab. Allerdings soll ein XKR-S auch nicht die Massen mobilisieren, sondern vielmehr ein Sondermodell mit besonders sportlichen Genen darstellen.







































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