Golf R32
VW Golf – langweilig? Nicht dieses Modell: Der R32 zählte bis zur Markteinführung des Golf R zum Schärfsten, was der Wolfsburger Automobilkonzern je auf die Beine gestellt hat. Dafür musste man Ende 2005 aber auch satte 32.000 Euro auf den Tisch blättern. Heutzutage liegen gute Gebrauchte um die 15.000 Euro – dafür bekommt man aber immer noch Fahrspaß gepaart mit Komfort auf Sportwagenniveau.
Vom Golf 4 R32 wurden nahezu dreimal so viele Einheiten verkauft wie geplant
Mit dem ersten Modell des Golf R32 landete der Volkswagen-Konzern Mitte 2002 einen Volltreffer. Die Unternehmensführung rechnete mit ca. 5.000 Einheiten, am Ende wurden fast dreimal so viel verkauft. Kein Wunder, dass die Wolfsburger auch von der fünften Generation einen besonders sportlichen Ableger präsentierten.
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Optisch betrachtet unterscheidet sich der 5er R32 deutlich von seinen Konzern-Brüdern. Pedalerie, Lenkrad, Schaltknauf und einige Metall-Applikationen sind mit sportlichen Akzenten versehen. Die Verarbeitung ist sehr gut, auch die Materialien fühlen sich hochwertig an. Das unten abgeflachte Lenkrad, welches schon aus dem GTI bekannt ist, gehört mit zu den Besten, an die man sich festkrallen kann. Für guten Seitenhalt sorgt das serienmäßige Gestühl, welches auch recht bequem gepolstert ist. Optional gibt es den Wolfsburger auch mit Sport-Schalensitzen. Zahlreiche R32-Logos lassen keinen Zweifel aufkommen, in welchem Auto man sitzt – auch wenn der Golf R32 von innen ein Golf ist. Allerdings ist der Kofferraum wegen der Allradtechnik auf 275 Liter geschrumpft – das ist weniger, als so mancher Kleinwagen. Von außen fällt vor allem die Front mit seinen großen schwarzen Lufteinlässen in Wabenoptik und dem R23-Schriftzug auf. Dazu sind die vorderen wie auch die hinteren Stoßfänger komplett in Wagenfarbe lackiert. Seitlich stechen die 18-Zöller mit dem 225er Reifen ins Auge; unter den 20 Speichen verstecken sich die blau lackierten Bremssättel. Die zwei mittig angeordneten Endrohre aus poliertem Edelstahl vollenden das kraftvolle Design und sorgen darüber hinaus für einen sportlich sonoren VR6-Klang.
Allradantrieb treibt vorzugsweise die Vorderachse an

Im Vergleich zum Vorgänger wurde das Fahrverhalten leicht entschärft. Das ist jedoch eher ein Mehrgewinn statt Verlust: Nun lässt sich der Golf R32 auch mit Topspeed auf den deutschen Autobahnen bewegen, ohne dass dabei ständig der Kopf vor und zurück nickt. Apropos Topspeed – laut Tacho sind 270 km/h drin, nominell allerdings „nur“ 248 km/h – aber das kann man seinem Beifahrer ja verschweigen. „Kilometerfressen“ kann man in diesem VR6-Golf auch. Bei normaler Geschwindigkeit ist das Geräuschniveau, was sowohl den Fahrtwind als auch den Motor betrifft, recht niedrig. Die Sportauspuff-Trompeten lassen den kraftvollen Sechszylinderklang erst unter Volllast entweichen. 4Motion – so nennt sich bei VW der Vierradantrieb. Dieses System verteilt die Kraft variabel auf alle Achsen, bei normaler Fahrt wird jedoch vorzugsweise die Vorderachse bedient. Durch den Allradantrieb ist der Golf R32 in Kurven kaum zu schlagen. Unbeirrt zieht der sportliche Kompakte seine Kreise. Man könnte fast meinen, der Golf beißt sich am Asphalt fest. Wer dennoch zu übermutig in eine Kurve hineinfährt, der wird vom Fahrstabilitätsprogramm ESP wieder eingefangen.
Den 5er Golf R32 treibt der alte Motor des Vorgängers an, allerdings wurde dem Aggregat etwas mehr Leistung entlockt – sie stieg von 241 auf 250 PS. Der VR6-Motor (VR wegen der platzsparenden Anordnung der Zylinder) beschleunigt den R32 in 6,5 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer, damit ist er 0,8 Sekunden schneller als der Fünfer GTI mit 200 PS. Die 320 Nm Drehmoment merkt man dem R32 deutlich an – schon aus niedrigen Drehzahlen beschleunigt der Wolfsburger vehement und kräftig nach vorne. Beim DSG-Getriebe wird das Runterschalten mit Zwischengas und herrlichem Gebrabbel untermalt.
Ist der R32 der bessere 5er Golf? Jedenfalls bietet er Traktion und Leistung im Überfluss, dazu ist er uneingeschränkt alltagstauglich – wäre da nur nicht der hohe Verbrauch. 10 bis 15 Liter Super sind je nach Fahrweise vollkommen normal. Angesichts des Allradantriebs und der hohen Motorleistung gehen diese Verbrauchswerte zwar in Ordnung, aber beim Tankstellenbesuch schmerzt die Geldbörse immer wieder aufs Neue. Der R32 eignet sich übrigens auch für Familienväter – optional ist der Über-Golf auch als Fünftürer erhältlich.







































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