Ferrari FXX
2005 stellte Ferrari ein Sondermodell des Enzo vor – den FXX. Anders als die zivile Version ist der FXX nur für die Rennstrecke zugelassen, eine Straßenzulassung fehlt dem auf 31 Exemplare limitierten Über-Enzo.
Amateur-Rennfahrer waren maßgeblich an der Entwicklung des FXX beteiligt
Rein optisch ist dem FXX seine Herkunft nicht zu leugnen, allerdings wurden nahezu alle Komponenten am Fahrzeug verändert. Bei dem Motor sowie bei der Aerodynamik stammen sehr viele Teile aus dem Rennsport, insbesondere aus der Formel 1. Im Gegensatz zu anderen Supersportlern hatten die auserwählten Käufer (Ferrari suchte potenzielle Kunden selbstständig aus) die Möglichkeit, sich an der Entwicklung maßgeblich zu beteiligen. Zusammen mit der Rennsport-Legende Michael Schumacher und dem damaligen Formel-1-Fahrer Rubens Barrichello konnten die Amateur-Rennfahrer ihre Wünsche und Änderungsvorschläge mit in die Entwicklung des Ferrari FXX einbeziehen.
Dieser Ferrari ist noch zu haben: 458 Italia!
Knapp 350 km/h schnell – der Ferrari FXX

Der Reifenhersteller Bridgestone konstruierte extra für den FXX einen speziellen 19-Zoll-Slick, welcher den hohen Belastungen im Rennbetrieb standhält. Die Keramik-Bremsanlage ist nicht nur großzügig dimensioniert, sondern verfügt darüber hinaus über ein ausgereiftes Kühlungssystem. Dadurch sind auch mehrere Runden auf der Rennstrecke möglich, ohne ein zu “weich” werdendes Bremspedal zu bekommen. Außerdem muss die Sportbremsanlage auch dafür sorgen, dass der FXX aus fast 350 km/h wieder zum Stehen kommt. Da der Renn-Enzo nicht für den öffentlichen Straßenverkehr ausgelegt ist, wird er standardmäßig als Einsitzer ausgeliefert. Auf Wunsch lassen sich aber auch zwei Sitze verbauen – dem 800-PS-Geschoss werden die zusätzlichen Pfunde eher weniger ins Gewicht fallen.
In 2,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h
Mit 800 Pferdestärken (bei 8.250 U/min) hat der FXX demnach 140 PS mehr als der Enzo, welcher mit 660 PS nicht gerade untermotorisiert ist. Doch bei den Fahrleistungen zwischen Enzo und FXX liegen Welten. Der FXX wiegt über 200 Kilogramm weniger, in Zusammenarbeit mit den Mehr-PS ergibt sich eine atemberaubende Beschleunigung – in Zahlen: 2,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h! Erst bei 347 Stundenkilometer gewinnt der Luftwiderstand gegen die schiere Motorpower des Ferrari FXX. Das Schaltgetriebe ermöglicht Gangwechsel auf Formel-1-Niveau, weniger als 10 Millisekunden vergehen, bis der nächste Gang eingelegt ist. Die Gangwechsel geschehen ausschließlich über Wippen am Lenkrad. Bis auf das Lenkrad und einige Armaturenelemete wurde der Innenraum komplett auf Rennsport getrimmt – inklusive Feuerlöscher versteht sich. Die Sportschalensitze mit Sechspunkt-Gurten bieten besten Seitenhalt und sind natürlich auf den jeweiligen Kunden entsprechend angepasst. Wohlfühl-Ambiente sieht zwar anders aus, aber der FXX wurde auch nicht zum gemächlichen Cruisen gefertigt, sondern zum Jagen von Rundenzeiten.
Ausgeklügeltes Luftleitsystem sorgt für den nötigen Abtrieb
Äußerlich wie auch soundtechnisch ist der Ferrari ein echter Krawall-Macher. Der Über-Enzo ist komplett auf Aerodynamik ausgerichtet. Ein riesiger, einstellbarer Heckflügel sowie einige Winglets an der Karosserie sorgen für den nötigen Abtrieb bei über 300 km/h. Zusätzlich wird je nach Geschwindigkeit die einströmende Luft in die Öffnungen an der Front und an der Seite zum Kühlen bzw. zum Generieren von Abtrieb genutzt. Unter anderm wird unnötige Kühlluft und Abgase über spezielle Auslässe am Heck weitergeleitet, um Verwirbelungen im Heckbereich zu kontrollieren und somit für mehr Fahrstabilität zu sorgen. Das ohrenbetäubende Gebrüll in allerbester Formel-1-Manier aus den vier Endrohren sorgt obendrein für echtes Gänsehaut-Feeling.
Eine gute Wertanlage
Insgesamt verließen 31 Boliden die Werkshallen in Maranello, 29 davon gingen an auserwählte Kunden. Das 30. Modell wurde übrigens in Michael Schuhmachers Besitz übergeben, welcher einen der zwei schwarz lackierten Supersportler sein Eigen nennen darf. Neben dem FXX in Ferrari-Rot gibt es einen blauen, einen silbernen, einen weißen, einen gelben und einen silberblauen FXX – diese Modelle stehen in der Gunst von Sammlern natürlich ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala. Das Fahrzeug kostete damals rund 1,5 Millionen Euro – ohne Steuern wohlgemerkt. Mittlerweile übertreffen die Rennsportboliden die Zwei-Millionen-Grenze – ein Ferrari war schon immer eine gute Wertanlage.






































Kommentar hinzufügen